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Gewerkeübergreifende Weiterbildung von Führungskräften in der mittelständischen Bauwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern ("Lernen am Bau")
Anmerkungen Der Modellversuch „Gewerkeübergreifende Fortbildung von praxiserfahrenen Baustellenfachkräften in der mittelständischen Bauwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns“ / LAB ist ein typisches Beispiel für die flexible Umsetzung einer Idee in die Praxis.

Modellversuche des Bundesinstituts für Berufsbildung haben die Funktion, Problemfelder oder sich abzeichnende Entwicklungen in der beruflichen Bildung zu erkennen, Lösungen zu erproben und anzubieten.
Jeder Modellversuch ist hinsichtlich der späteren Ergebnisse ein relativ offener Problemfall, der auch mit Fehlentwicklungen und Irrwegen verbunden sein kann. Im Unterschied zu vielen anderen Förderinstanzen unterstützt das Bundesinstitut für Berufsbildung die Korrektur und Präzisierung von zunächst angebotenen Zielen und Inhalten im Verlaufe eines Modellversuchs. Mit diesem Verständnis von praxisnaher Feldarbeit und wissenschaftlicher Arbeit werden häufig Ergebnisse erzielt, die als Innovationen in der beruflichen Bildung bezeichnet werden können.

Analysiert man den wissenschaftlichen Ansatz des Modellversuchs, so hat sich hier der gewählte deduktive Ansatz nicht bewährt. Wenn zunächst aus einem allgemeinen Verständnis von Weiterbildung heraus die Ziele und die Zielgruppen abgeleitet wurden, zeigte sich im Verlaufe des Modellversuchs, dass die technische und wirtschaftliche Entwicklung sowie die Anforderungen der Bauunternehmen eine andere Art der Weiterbildung und andere Ziele und Inhalte erfordern. So kann der wissenschaftliche Ansatz mit Beendigung des Modellversuches eher als induktiver Ansatz mit vielen analytisch-synthetischen Elementen bezeichnet werden. Deshalb sind die Aussagen auch nur bedingt zu verallgemeinern.
Als bemerkenswert muss herausgestellt werden, dass die zunehmende didaktisch-methodische Durchdringung der Weiterbildungsproblematik von Führungskräften in der Bauwirtschaft durch die Mitarbeiter von F&C Gülzow zu einer Reihe von innovativen Lösungen geführt haben. Mit dem Modellversuch LAB waren eine deutlich erkennbare Personal- und Organisationsentwicklung im Unternehmen und eine Profilierung als Bildungsdienstleister verbunden. Das Profil des Unternehmens hat sich unter dem Einfluss und den Möglichkeiten dieses BIBB-Modellversuchs verändert und die wirtschaftliche Stabilität unterstützt.
Der BIBB-Modellversuch LAB wurde in einem gemeinsamen Lern- und Arbeitsprozess von F&C Gülzow und dem itf / Innovationstransfer- und Forschungsinstitut für berufliche Aus- und Weiterbildung erfolgreich beendet, wie die Ergebnisse in der Broschüre verdeutlichen werden.
Produkte Abschlußbericht des Modellversuchs
Inhaltsverzeichnis
download - Gesamtbericht

Veröffentlichungen in der Schriftenreihe "Weiterbildung in der Region"

Heft Nr. 29 / 2001
Ansätze zur Gestaltung neuer Lernkulturen in der Bauwirtschaft
Inhaltsverzeichnis

Heft Nr. 31 / 2002
Modernes Lernen im Bildungsunternehmen F&C GmbH Gülzow"
Forum: Modelle für mobile Lernorte

Inhaltsverzeichnis

Heft Nr. 34 / 2003
Ansätze für flexibles und individuelles Lernen auf der Baustelle
Inhaltsverzeichnis

BIBB-Informationsblätter zum Modellversuch
BIBB-Information Nr.1
BIBB-Information Nr. 2
Fazit und Ausblick Es müssen besonders für die Weiterbildung in kleinen Bauunternehmen neue Wege gefunden werden, die praktikabel sind und für Teilnehmer und Unternehmen den gewünschten Erfolg bringen. Voraussetzungen für das Lernen der Zukunft in diesen Unternehmen können sein:
• selbststeuernde Lernphasen, die partiell im sozialen Kontext stattfinden,
• konkrete, authentische und individuelle Lernanlässe,
• zeitliche und örtliche Flexibilität und die
• Bezahlbarkeit.

Beim Lernen aus Störungen werden zwangsläufig die Lernpotenziale des Bauvorhabens genutzt und mit systematischem Lernen verbunden. Es entsteht so eine enge Verzahnung von Lernen und Arbeiten, wodurch sich positive Effekte einstellen, die nicht ganz unbekannt sind:
• es werden unmittelbar aktuelle Qualifikationserfordernisse eingelöst;
• es wird die Wissensverwertung beschleunigt;
• es entsteht sowohl ein pädagogischer wie auch betriebswirtschaftlicher
  Mehrwert.

Ansätze zu Gestaltungsprinzipien für das Lernen im kooperativen Leistungsprozess auf der Baustelle

a) Lernen im kooperativen Leistungsprozess auf der Baustelle ist
    arbeitsintegriertes Lernen

Das Lernen wird hier zu einem notwendigen Bestandteil des Arbeitsprozesses. Das hat Folgen für die Arbeitsgestaltung nicht nur am Arbeitsplatz, sondern in allen Phasen des Arbeitsprozesses.
Das betrifft einerseits die Schaffung der notwendigen Lernbedingungen und die Ermöglichung der notwendigen Lernzeit in der Arbeit und andererseits die Einfügung der Lernbefähigung (Lernkompetenz) in die berufliche Qualifikation und Handlungskompetenz.

b) Lernen im kooperativen Leistungsprozess auf der Baustelle ist
    situiertes Lernen

Für die Gestaltung des Arbeits- und Lernprozesses heißt das, als Kontext eine bestimmte Arbeitsaufgabe bzw. eine Folge von Arbeitsaufgaben zu begreifen. Einer Arbeitsaufgabe entspricht im integrierten Lernprozess eine Lernhandlung. Das hat Konsequenzen für die Planung der beruflichen Weiterbildung, denn eine Lernhandlung lässt sich nicht wie üblich curricular planen - schon gar nicht, wenn in der Lernhandlung Inhalte aus verschiedenen Fächern zu verarbeiten sind. Hier muss also die curriculare durch eine modulare Planung ersetzt werden.

c) Lernen im kooperativen Leistungsprozess auf der Baustelle braucht
    Lernarrangements

Für das Lernen auf der Baustelle ergeben sich wenigstens drei Probleme: Erstens wird hier das Lernarrangement auf die Lernhandlung bezogen werden müssen, was einer „situierten Begrenzung“ gleichkommt. Zweitens ist die Vollständigkeit eines Lernarrangements unab-dingbar; in der Praxis werden sowohl Lernziel als auch Lernresultat häufig unterschätzt. Drittens folgt aus der Integration des Lernens in den Arbeitsprozess, dass Lernarrangement und Arbeitsgestaltung auf eine noch zu untersuchende Weise koordiniert werden müssen.

d) Lernen im kooperativen Leistungsprozess auf der Baustelle ist
    selbstständiges und selbstorganisiertes Lernen
Das bedeutet für die Praxis, die Koordinierung von formellem und informellem Lernen sowie die Abstufung des Selbstständigkeitsgrades im informellen Lernen.
Speziell für das Lernen auf der Baustelle ergibt sich noch, dass die Selbstständigkeit des Lernens in die Arbeit eingeordnet ist: das arbeitsintegrierte Lernen ist (nur) so selbstständig wie die Arbeit selbst.

Welche Voraussetzungen sind für das selbstständige und selbstorganisierte Lernen erforderlich?
- Die Lernenden müssen über Motivation und entsprechende
   Lernstrategien verfügen.
- Die Lernenden müssen Zugang zu Informationsquellen und
  Kommunikationsmöglichkei-ten – möglichst mediengestützt – haben.
  Bildungsunternehmen müssen für die Lernenden diesen Zugang zu
  Lernquellen, Lernnetzen und Materialien ermöglichen und erleichtern
  sowie Lernhilfen bereitstellen.
- Die Lernenden müssen Zugriff zu Beratungssystemen haben.

Vor diesem Hintergrund werden neue Medien mit ihren Potenzialen eine wichtige Funktion in der Weiterbildung einnehmen. Ihre Nutzung ist aber für die Lernenden mit einem erhöhten Bedarf an Medienkompetenz verbunden. Bildungsunternehmen müssen deshalb ihr Augenmerk künftig stärker auf die Vermittlung von Selbstlern- und Medienkompetenz legen. Für diese Anforderung müssen von ihnen Lernstrategien und Konzepte entwickelt werden. Dies wurde in diesem Modellversuch entwickelt, erprobt und evaluiert.
 
Transfer und
Nachhaltigkeit
Information
zum Transfer und Nachhaltigkeit der Ergebnisse des Modellversuchs
 
 
   
 

Förderkreis für Personalentwicklung, Weiterbildung und Neue Medien e.V.