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Projekt
Gewerkeübergreifende Weiterbildung von Führungskräften in der mittelständischen Bauwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern
("Lernen
am Bau") |
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1. Aktuelle Entwicklungen in der Bauwirtschaft
Anpassungsfähigkeit und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zeichnen die zukünftigen Mitarbeiter aus. Auch die Unternehmen müssen sich zunehmend dieser Entwicklung stellen. Flache Hierarchien, Wissensmanagement, Organisations- und Personalentwicklung werden zu immer entscheidenderen Produktivitätsfaktoren.
Durch das Wissensmanagement sind z.B. erreichbar:
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verbesserte Kundennähe
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Erhöhung der Innovationfähigkeit
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Verbesserte Produktqualität
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Kostensenkungen
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kreativere Mitarbeiter
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Wachstumsteigerungen
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Produktivitätserhöhungen
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Minimierung der Durchlaufzeiten
-
Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.
Der technische Fortschritt und der Strukturwandel haben die Arbeitswelt in den letzten 10 Jahren entscheidend verändert. In der Folge sind die geistigen Anforderungen an die
Mitarbeiter deutlich gestiegen (weniger reine Handarbeit, mehr Kopfarbeit).
Die zu erwartende steigende Arbeitsteilung auf europäischen Baustellen bringt die
Notwendigkeit mit sich, Facharbeiter auszubilden, die in der Lage sind, die jeweils am Bau Beschäftigten anzuleiten.
Die Bedeutung des Wertschöpfungsprozesses von der Akquisition, über Angebotskalkulation, Auftragskalkulation, Planung, Auftragsvorbereitung, Bauabwicklung, Baustellenüberwachung, Nachkalkulation bis zum Kundendienst (Kundennachbetreuung) steigt.
Es zeigt sich in der Praxis, dass insbesondere vor dem Hintergrund des Zusarnmenwirkens mehrerer Gewerke unterschiedlicher Branchen Baustellenfachkräfte zunehmend
Managementaufgaben wahrnehmen müssen. Eine ansteigend ganzheitliche Gestaltung der
Betriebsabläufe auf der Grundlage moderner Organisations- und Managementmodelle verändert die
Rollenverteilung und die Verantwortlichkeiten auf der Baustelle. Erweiterte
Handlungskompetenzen der Mitarbeiter zur selbständigen und situationsgerechten Problemlösung erhalten eine zentrale Bedeutung.
Für den gewinnorientierten Baustellenprozess kommen somit neben
soliden Fachkenntnissen, Fragen der Produktionsorganisation und des Mitarbeitereinsatzes sowie der Einsatz der Neuen Medien
eine zunehmende Bedeutung zu.
Deren Realisierung obliegt diesen Fachkräften sowohl für den Wertbildungs-, als auch für den technologischen Arbeitsprozess. Der Blick auf die ganze Baustelle ist Maßstab der Baustellenfachkraft und ihrer Qualifikation.
Diese Aspekte und Probleme werden in einem Modellversuch aufgegriffen, der seit
September 2000 in der Forschungstechnik und Computersysteme GmbH Gülzow durchgeführt wird.
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2. Ziele und Aufgaben des Modellversuches
a) Der Modellversuch soll dazu beitragen, dass durch eine
berufsbegleitende Weiterbildung von praxiserfahrenen
Baustellenfachkräften den veränderten Anforderungen auf der
Baustelle besser Rechnung getragen werden kann.
b) Dazu wird im Modellversuch ein innovatives Curriculum
entwickelt und erprobt, das
nach Handlungsfeldern und Modulen
aufgebaut ist, die der SpezifIk des Bauprozesses entsprechen.
c) Für die Umsetzung des Curriculums wird die Lemortkooperation
Baustelle -
Bauunternehmen - Bildungsunternehmen
erprobt und evaluiert.
d) Für die Realisierung der Anforderungen des Curriculums treten
Dozenten und Trainer in einen Prozess der kontinuierlichen
SelbstqualifIkation.
e) Die Ergebnisse des Modellversuchs werden aufbereitet und einer
breiten Öffentlichkeit zur
Verfügung gestellt.
Im Einzelnen bedeutet das für
die Bauunternehmen:
- Bessere Auslastung der Ressourcen durch Senkung unproduktiver Zeiten und damit Kostensenkung
- verbessertes Projektmanagement / Organisation auf der Baustelle
- Erhöhung der Eigenverantwortung durch Kenntnisse über
Zusammenhänge / Kompetenz der
Baustellenverantwortlichen
- Schnelle Entscheidungsfähigkeit durch verbesserte
Informationsbeschaffung/ Kommunikation auf der Baustelle
- Sicherung von Erlösen durch vorbeugendes, baurechtlich abgesichertes Handeln auf der Baustelle
- Verhinderung von Rechtsstreitigkeiten - Versierte Beweissicherung für den Fall des Rechtsstreites - Nutzung von rechtlichen Rahmenbedingungen/Vorschriften
zum Vorteil des
eigenen Unternehmens
in seinem Verhältnis zu
Generalunternehmem,
Nachunternehmern, Planem, Bauherren
- Kunden-/Partnerbindung und Stärkung der Leistungs-/Wettbewerbsfähigkeit
- verbesserte Personalführung/Motivation
- verbessert Kommunikationsfähigkeit (mit Partnern am Bau)
die Teilnehmer / Mitarbeiter:
- Erweiterte und vertiefte übergreifende Kompetenzen zum EDV - und Medieneinsatz, zur Mitarbeiterführung, zur Verbesserung der Kommunikation auf der Baustelle, zur
Arbeit mit dem Kunden
- Erweiterte und vertiefte Fach- und Methodenkompetenzen u.a. zu Verträgen,
gesetzlichen Vorschriften, und Verordnungen, Arbeits- und Ablaufplanung,
Qualitätsmanagement
den Bildungsträger
- Gestaltung von lernförderlichen Lernumgebungen in den einzelnen Lernorten unter Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien
- Erprobung und Spezifikation der erarbeiteten Handlungsfelder, Lehr- und
Lernaufgaben,
Erkundungsaufträge, Handlungsanleitungen für das selbstorganisierte Lernen,
Handreichungen und Präsentationsmethodiken
- Erhöhung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit durch attraktive
Weiterbildungsangebote
und gut geschultes Ausbildungspersonal (Dozenten, Tutoren, Trainer ),
Qualifizierung der Mitarbeiter.
Marktveränderungen, Produkt- und Prozessinnovationen erfordern Mitarbeiter und Führungskräfte, die ihre Kompetenzen in kontinuierlichem, selbstorganisierten Lernen in der Arbeit entwickeln und einsetzen.
Die Komplexität der Veränderungen in der
Arbeitswelt wirkt sich entscheidend auf die Dynamik sowie auf die Inhalte und Formen des Lernens aus. Es wird immer wichtiger, Lernen an Prozessen und an den Möglichkeiten neuer Informations- und Lemmedien zu orientieren. Modeme innovative Arbeit schließt Lernen ein.
In der betrieblichen Praxis setzt sich zunehmend der Anspruch durch, dass Probleme im
Prozess der Arbeit durch die Ausführenden selbst gelöst und kontinuierliche
Verbesserungsprozesse (KVP) von den Mitarbeitern im Arbeitsprozess realisiert werden.
Dieses Vorgehen
garantiert ein "Modell der vollständigen Handlung"
- Informieren - Planen - Entscheiden - Ausruhren - Kontrollieren - Bewerten
Das bringt folgende Vorteile mit sich:
- Bearbeitung realer Aufträge erhöht die Motivation,
- Bisherige Erfahrungen fließen in die Erfüllung der Aufgaben ein, die Qualität der
Auftragsausführung bestimmt den Inhalt der nächsten Lemaufgabe,
- Gelerntes wird direkt in die Praxis umgesetzt und wird deshalb besser behalten - der Lernprozess ist anschaulicher,
- Der Arbeitsprozess wird durch kurze Theoriephasen unterbrochen - Gelerntes
"setzt" sich während der Arbeit.
Das damit verbundene problem-, potential- und situationsbezogene Lernen erfolgt
überwiegend selbstorganisiert - eine Fähigkeit, die erfahrungsgemäß nicht
in Weiterbildungsveranstaltungen erworben wird. Sie erfordert eine Lemkultur,
die den Menschen Entwicklungs-, Entscheidungs- und Handlungsfreiräume
gestattet. (Erpenbeck, Sauer)
Arbeiten und Lernen verschmelzen künftig fast unmerklich für die Betroffenen
zu einem untrennbaren Prozess, indem jede Kategorie die führende Rolle
übernimmt.
Das Hauptproblem für die Bildungsunternehmen ist offenbar auch,
diese Veränderungen didaktisch zu bewältigen. Sie führen letztlich zu einer
neuen Lernkultur im Prozess der Arbeit und zur Befähigung der Menschen zum
lebenslangen und berufsbegleitenden Lernen. (Buggenhagen)
Der Modellversuch soll neben der Erprobung und Evaluation eines modemen
Weiterbildungskonzeptes auch diesbezüglich einen aktiven Beitrag leisten. |
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3. Inhalte und Ablauf der Weiterbildung
Die Inhalte der Weiterbildung beziehen sich auf die Erweiterung von Fach-,
Methoden- und Sozialkompetenzen. Schwerpunkte bilden:
- EDV - und Medieneinsatz zur Verbesserung der Kommunikation beim Betreiben einer
Baustelle
- Baurecht
- Projektmanagement
- Kalkulation
- Aufgaben des Baustellenverantwortlichen /
qualitätsgerechte Gestaltung des Bauprozesses
- Mitarbeiterführung und -information auf der Baustelle
Es werden Probleme auf der Baustelle mit variierenden
Bezugsrahmen individuell oder im Team unter Nutzung der Neuen Medien bearbeitet.
Dazu werden die unterschiedlichen Lernorte
-
Baustelle
-
Unternehmen
-
Bildungsträger und
-
Heimlernplatz
genutzt, wobei den Schwerpunkt die Baustelle als mobiler Arbeits- und Lernort
bildet.
Die Weiterbildung beginnt mit einem Startseminar. Die Teilnehmer
informieren und beraten sich über Inhalte und Ablauf, die mögliche Anerkennung
von Vorleistungen und welche Module im Einzelfall zu belegen sind.
Sie werden über die in der Weiterbildung eingesetzten Methoden informiert und
knüpfen erste Kontakte untereinander.
In Einführungs- und Vertiefungsseminaren werden Hinweise zur
Zielstellung und zum Ablauf der Weiterbildung, zu den Handlungsfeldern und
Modulen sowie zu Themen für Lern- und Arbeitsaufgaben und Transferaufträge,
Schwerpunkte für das selbstorganisierte Lernen und zur Präsentation der
erreichten Ergebnisse gegeben und ausgewählte Lehrinhalte vermittelt.
Im Abschlussseminar werden die erreichten Ergebnisse präsentiert und
durch die Teilnehmer bewertet.
Im Rahmen des selbstorganisierten Lernens in der Weiterbildung erfolgt die
Bearbeitung von Lern- und Arbeitsaufgaben bzw. Transferaufträgen. Sie sind
Steuerinstrumente und befähigen die Lernenden zur selbständigen Vorbereitung,
Durchführung und Auswertung von praxisorientierten Problemaufgaben. Die
Durchführung wird durch Dozenten/Tutoren/Trainer sowie die Ausgabe von
Lemhilfen, z.B. Handreichungen, unterstützt. Konsultationen (persönlich, per
Telefon, übers Internet) dienen der Klärung offener Fragen und der
Feststellung des Bearbeitungsfortschrittes.
Bei den Teilnehmern handelt es sich um Fachkräfte mit teilweise langjährigen
Berufserfahrungen die gewerkeübergreifende Aufgaben auf Baustellen der
Bauwirtschaft zu lösen haben. Die im Unternehmen zu realisierenden Aufgaben
erfordern eine entsprechende Qualifizierung. |
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4. Zusammenfassung
Die Bauunternehmen werden in diesen Gestaltungsprozess aktiv einbezogen.
Gemeinsam mit der wissenschaftlichen Begleitung werden diese analysiert, um das
weitere Vorgehen zu bestimmen. Gleichzeitig werden Maßnahmen ergriffen, um
möglichst genau den Kompetenzzuwachs der Teilnehmer bestimmen zu können.
Dieser Kompetenzzuwachs verbessert für den Mitarbeiter in zweifacher Hinsicht
seine Chancen in Beschäftigung zu bleiben. Zum einen garantiert ein
wettbewerbsfähiges Unternehmen Arbeitsplätze, und zweitens bietet der
verbesserte individuelle Marktwert des Einzelnen eine höhere
Beschäftigungssicherheit auch in anderen Unternehmen. |
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